Der OWUL Jahresrückblick 2015 – Teil1*

Von Thomas Manegold

JANUAR 2015

Die Server von Sony Pictures werden gehackt, um Sony zu veranlassen, den Film „The Interview“ zurückzuziehen, der von einem Mordkomplott gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Yong Un handelt. Sony cancelt tatsächlich die Premieren, weil Nordkorea mit dem dritten Weltkrieg droht. Später gibt Sony den Film aber frei, weil er sowieso kostenlos im Internet zu haben ist. Nordkorea hat das wegen seines schlechten DSL-Anschlusses aber nicht gemerkt, jedenfalls hat es mit dem Krieg bislang noch nicht angefangen.

Dennoch ist es alles andere als friedlich in der Welt. Im Januar schaffen es 171 Terrorismustote in unsere Nachrichten. (Jemen: 50, Ägypten: 30, Pakistan: 10, Paris: 16, Niger: 10, Phillipinen: 60). Und eine Frau wird bei lebendigem Leib verbrannt. Nicht weitweitweg bei den Wilden. Sondern hier, daheim in Berlin. Von ihrem EX-Freund, weil dessen Freund schon immer mal jemanden brennen sehen wollte.

Die Anzahl der Kriegstoten ist dagegen schwerer zu ermitteln. Denn Krieg ist Definitionssache. Man unterscheidet gute Soldaten, böse Soldaten, Zivilisten und Kollateralschäden. In der Ukraine sterben zudem gerade sehr viele Menschen, die eigentlich gar nicht da sind. Meistens handelt es sich dabei um Söldner oder ehemalige russische Soldaten. In Nigeria tötet eine islamistische Terrormiliz durchschnittlich 150 Zivilisten pro Tag. Die Kurden befreien KOBANE vom IS und hatten keine Zeit durchzuzählen.

Nach dem Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo werden die T-Shirt Händler reich. Zwei Tage später sind die Attentäter tot. Es kommt zu weltweiten Trauerbekundungen. In Pakistan und Niger trauern 10 Tausende um die toten Attentäter. In Paris gehen 100 Tausende zu einem Trauermarsch auf die Straße wegen der toten Karrikaturisten. Ganz viele Politiker reisen an, um vor dieser Menschenmasse Selfies zu machen. Für Meinungsfreiheit und so. Danach zensiert der Kölner Kanreval seine Umzugswägen. Und Michel Houellebecqs im Grunde pro-islamische Dystopie „Unterwerfung“ wird ein Welthit.

Ein Linksbündnis um Alexis Tsipras gewinnt die Parlamentswahlen in Griechenland. Tsipras schwört als erster Griechischer Regierungschef seinen Amtseid nicht auf die Bibel, sondern auf die Verfassung, schmeißt die EU-Troika aus dem Land und kündigt an, den Sozialabbau und das Sterben in Griechenland zu beenden. Und er lässt alle Luxuslimousinen der Regierung ausmustern und die Minister mit der Bahn zur Arbeit fahren. Die EZB straft die Griechen für ihre schlechte Wahl ab und akzeptiert keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheiten für Kredite.

Der König Saudi Arabiens stirbt und ein von Schlaganfällen und Alzheimer gezeichneter Mensch übernimmt den Job, weil er mit dem Toten verwandt ist. Wir lernen: Die Monarchie hat auch so ihre Nachteile.

Die Schweiz hebt den EURO-MIndestkurs auf. Ein paar Tage später kostet eine Pizza zum Mitnehmen in der Schweiz rund 20 EUR.

In Deutschland wir der Mindestlohn eingeführt. Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen müssen nun die selbe Arbeit in weniger Zeit machen. Während die Dienstleister ihre Preise erhöhen. Die Friseurin muss schneller schnippeln, bekommt unterm Strich das gleiche, muss aber bei der Maniküre dann mehr bezahlen … Frau Nales bläst sich deshalb auf, bis sie von ihrem Parteichef fast nichtmehr zu unterscheiden ist. Und der Chef der PEGIDA-Bewegung muss, nachdem er mit einer Foto-Persiflage den Führer beleidigt hat, zurücktreten.

Die Welt spielt also nicht nur verrückt, sie steht förmlich Kopf. Borussia Dortmund ist Tabellenletzter und Australien gewinnt die Fußball- ASIEN-Meisterschaften! Dabei glauben die meisten Amerikaner, Australien sei eine Stadt in Europa.

FEBRUAR 2015

In Taiwan streift ein Flugzeug eine Autobahnbrücke und stürzt ab. Ein Sabotageakt durch Wladimir Putin konnte man zunächst nicht ausschließen.

Das Land Katar avanchiert zum menschenfreundlichsten Migrantenstaat der Welt. In sehr kurzer Zeit dürfen sehr viele Menschen dort problemlos einreisen und bekommen eine Arbeitserlaubnis. Zufälliger Weise konnten viele der Flüchtlinge sehr gut Handball spielen, sodass Katar beinahe die Handball-Weltmeisterschaft gewinnt. Nur die Franzosen können die Katarer am Ende noch besiegen. Der Wüstenstaat kündigt Vergeltung an. Deutschland will jedoch keine Waffen liefern.

Die NATO beschließt, ihre schnelle Eingreiftruppe aufzurüsten. Frau von der Leyen beschließt, dass Deutschland dabei eine Führungsrolle einnehmen will. Die nächsten Schützenpanzer müssen deshalb so eingerichtet werden, dass sie auch von schwangeren Frauen gefahren werden können. Derweil wurden in Den Haag die Länder Serbien und Koratien vom Vorwurf des gegenseitigen Völkermords freigesprochen.

In Deutschland wird man nicht müde, zu verlautbaren, dass man sich von Karikaturistenmördern nicht einschüchtern lässt. In einer deutschen Stadt werden dennoch alle Faschingswägen verboten, deren Darstellung über die Verherrlichung von Alkoholmissbrauch hinausgeht. In Braunschweig wird der Karnevalumzug aus Angst vor Mohammedkarikaturistenmordnachahmungstätern gleich ganz abgesagt. Die Faschingshasser frohlocken im Untergrund.

Derweil kämpfen ganz viele afrikanische Länder. Drei immer noch gegen Ebola, sechs gegen eine islamistische Terroreinheit und der Rest gegen die EU-Argarsubventionen. Es sterben dabei sehr viele Menschen, die es aber nicht in die Nachrichten schaffen, weil wir uns gefälligst mit Wladimir Putin beschäftigen müssen, der gerade dauernd in der Ukraine um sich schießt und gleichzeitig den Front National in Frankreich, Pegida, die AfD und den Ku Klux Clan mit Geldspenden unterstützt. Der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow wird in Moskau erschossen. Er konnte Putin nicht leiden. Deshalb hat Putin ihn erschossen. Sagen sie jedenfalls im Fernsehen. Nemzows Ehefrau kanns nämlich nicht gewesen sein, denn die hätte die blutjunge ukrainische Begleitung des 55jährigen Schürzenjägers gleich miterschossen.

Das österreichische Parlament nimmt, wie schon bei der Einführung von Hipsterbärten bei Frauen, eine weitere Führungsrolle ein: Es beschließt das Finanzierungsverbot muslimischer Vereine und Moscheen aus dem Ausland und den Vorrang staatlichem gegenüber religiösem Recht.

Nur die besten sterben jung. Mr. Spock stirbt plötzlich und unerwartet und für einen Vulkanier mit 84 Jahren wirklich viel zu früh – an einem Lungenleiden. Er soll früher mal kubanische Zigarren geraucht haben, die vom KGB damals, als Putin dort gearbeitet hat, in die Vereinigten Staaten geschmuggelt wurden …

Schließlich bricht in Deutschlands Süden eine beispiellose Grippewelle aus, während die Masern die Hauptstadt Berlin fest im Griff haben. Ob Putin etwas damit zu tun hat, bleibt abzuwarten.

MÄRZ 2015

In Tansania kommt es zu massiven Überschwemmungen. Der Zyklon Pam wütet im Pazifik und durch Deutschland tobt das Sturmtief Niklas. Im März 2015 sind in den Nachrichten, neben den gerade weiter vor sich hinbrodelnden Kriegen um den Islamischen Staat und die Ukraine, vor allem Wahlen gewesen: In Andorra gewinnen die Demokraten. In Tdschikistan der amtierende Präsident. In Kärnten die die SPÖ, in Estland die liberale Reformpartei. In Lesoto der Democratic Congress, in Nigeria Muhamadu Buhari und in Frankreich die Front Sarkozy.

Der IS macht alles kaputt, was nicht in sein Glaubenssystem passt. Neben Frauen ohne Kartoffelsack überm Kopf sind das zunehmend auch Bauwerke und Statuen, die die Ungläubigen zum Weltkulturerbe zählen. In China wird eine Doku über das SMOG Problem und die Umweltschäden im Land verboten. In Russland gibt es mittlerweile fünf Menschen, die des Mordes an dem Oppositionellen Nemzow überführt wurden, ein sechster entzog sich der Verhaftung durch Suizid. Da nur einer geschossen hat, wird wohl das Los entscheiden müssen.

Erstmals seit der Einführung des Fallgesetzes fällt eine 590 Tonnen schweres Transportmittel aus UNSEREM Himmel. Bisher fielen Flugzeuge generell nur aus ärmeren Himmeln. Schockierend ist außerdem, dass es kein Unfall war, sondern die Tat eines Wahnsinnigen, der noch nicht einmal Moslem gewesen ist. Berichterstatter und Politiker fallen über die Trümmerteile her und bezichtigen sich gegenseitig, pietätlos und unseriös zu sein … Insgesamt nutzen das Unglück über 20 Spitzenpolitiker für einen Kurzurlaub in den Alpen. Die meisten inklusive Hubschrauberüberflug und Gedenksteinbegrünung vor laufender Kamera.
Und wir lernen: Jedes Gefährt oder auch Geflügel kommt nicht an, wenn der Steuermann nicht ankommen will.

Seit Anfang des Monats wird verstärkt über die Huthi Rebellen berichtet, die gerade den Jemen umpflügen. Ende März beginnt Saudi Arbabien zusammen mit 10 befreundeten Staaten einen Krieg.

Die Russen kündigen den Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa. Der Vertrag setzte Begrenzungen für die fünf Waffenkategorien, die man auch einsetzen kann, ohne dabei selbst hopps zu gehen und ist also eigentlich viel wichtiger als die Atomwaffenselbstbeschränkung, die ja im Grunde nur festlegt, dass das die Atomwaffenarsenale die Erde nur vier Mal auslöschen dürfen und nicht sechs Mal.

Der Vorzeigemeinungsmacher des ZDF Günther Jauch blamiert sich einmal mehr bis auf die Knochen, als er den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis an seinem Stinkefinger wie eine Sau durchs deutsche Dorf zerrt. Anschließend versichert Deutschlands meister Moderator Jan Bömermann glaubhaft, den Stinkefinger gefaked zu haben… was sich wiederum später als Fake heraus- und die Journalie bloßstellt, die Jauchs Talkshowsonntag jede Woche verbricht.

Mit der Raumsonde Dawn erreicht erstmals ein Flugkörper eine Umlaufbahn um einen Zwergplaneten. Er ist noch unbewohnt und, was für den Planeten unbezahlbar ist, er ist auch unbewohnbar…

Die bislang immer wieder stockende Entwicklung eines Ebola Impfstoffs wird nun, angesichts der aktuellen Epidemie und den sich daraus ergebenden kommerziellen Möglichkeiten, erfolgreich beendet. Unser Verkehrsminister bekommt seine Maut. ISLAND zieht seinen Antrag auf Beitritt in die EU zurück. Und die EZB druckt Geld. Viel Geld. 60 Mrd. Euro – pro Monat. Das bedeutet, dass wir in ein paar Jahren viel mehr Geld verdienen werden. Wieviel Waren wir dafür dann noch bekommen, das weiß ganz allein der Wind of Change …

*bei diesem Artikel handelt es sich um eine auf Fakten basierende investigative Satire. Auf Quellengaben wurde im Interesse der Glaubwürdigkeit verzichtet.
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Autor: Silbenstreif

Silbenstreif Label und Studio Berlin

1 Kommentar zu „Der OWUL Jahresrückblick 2015 – Teil1*“

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